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Ein ganz frisch gegründeter Verlag direkt aus meiner Nachbarschaft schrieb eine Fantasy-Anthologie ohne Thema aus. Eigentlich mag ich lieber thematisch eng vorgegebene Geschichten, aber trotzdem schickte ich etwas ein und offensichtlich passte die Geschichte, denn sie wurde ausgewählt. Es ist Steampunk, allerdings Dark Fantasy, also düster und mit Anflügen von Horror.

1851 wird Iowa, aus bis heute unerklärlichen Gründen, von dauernden Regenfällen in eine der schrecklichsten Fluten aller Zeiten geschwemmt. Es wird erzählt, welche furchtbaren Ereignisse sich im beschaulichen Maisstaat abspielen, während vier Bewohner der Stadt Des Moines Hilfe aus St. Louis holen.
Olivia, die Tochter eines Retters, bleibt mit ihrem Baby auf dem heimischen Hof zurück. Dort gerät sie zwischen die Fronten eines jahrhundertealten Kriegs. Die Gegner sind zwei indianische Götter:
Masa’u, ein übergroßer Feuer speiender Adler und Palokom, die Schlangengöttin, die aus Wasser besteht.

Beyond Affinity: Drachenlicht, 05/2014, ISBN 978-3945069035

Olivia stutzte. Mitten auf dem Boden des Stalls stand ein Pokal. Der Kelch aus feinstem Kristall gehörte nicht dort hin. Er wirkte abstrus falsch. Sein kristallklares Glitzern auf dem schmutzigen Holz schrie den Fehler förmlich heraus. Olivias Atem wurde flacher und schneller, als sie die Ecken der Ebene nach ungebetenen Besuchern absuchte. Jemand musste den Becher hierher gebracht haben. Ihre Muskeln spannten sich, als es hinter einem Pfosten raschelte.

Bildnachweis (Slider) pixelio.de: Wilhelmine Wulff, berwis, S. Hofschlaeger